Was der SCHUFA-Score über Ihre Bonität aussagt
Der SCHUFA-Score wird in Punkten von 100 bis 999 angegeben. Nach der aktuellen Einteilung gelten Werte von 776 bis 999 als hervorragend, 709 bis 775 als gut, 642 bis 708 als akzeptabel und 100 bis 641 als ausreichend. Die fünfte Klasse „Ungenügend“ steht dafür, dass die SCHUFA keinen Score berechnet – etwa bei offenen Zahlungsstörungen oder wenn kaum Daten vorliegen. Der Score beruht auf zwölf Kriterien; die SCHUFA erklärt auf ihrer Website, welche das sind und wie viele Punkte die einzelnen Ausprägungen bringen. Für Verbraucher ist wichtig zu wissen: Unternehmen haben bis Ende 2028 eine Übergangsfrist. Bis dahin kann der Wert, den Sie selbst in Ihrer Datenkopie sehen, von dem Wert abweichen, den ein Unternehmen bei einer Anfrage erhält. Das ist eine Möglichkeit, keine feste Regel.
Warum Banken bei Baufinanzierungen besonders genau prüfen
Eine Baufinanzierung ist ein Kredit über eine hohe Summe und eine lange Laufzeit. Banken tragen ein erhebliches Risiko, wenn sie einen Immobilienkredit vergeben. Deshalb prüfen sie nicht nur den SCHUFA-Score, sondern auch weitere Faktoren wie Ihr Einkommen, Ihre laufenden Verpflichtungen und den Wert der Immobilie. Ein negativer Score bedeutet nicht automatisch, dass eine Finanzierung unmöglich ist. Er kann jedoch dazu führen, dass Banken strengere Bedingungen stellen, etwa einen höheren Eigenkapitalanteil oder einen höheren Zinssatz.
Welche Faktoren neben dem Score zählen
- Eigenkapital: Je mehr Eigenmittel Sie einbringen, desto geringer ist das Kreditrisiko für die Bank. Eigenkapital ist ein wichtiger Bestandteil der Kreditprüfung und kann die Risikobewertung beeinflussen – eine positive Bonitätsprüfung ersetzt es aber nicht.
- Regelmäßiges Einkommen: Ein festes, nachvollziehbares Einkommen ist für Banken ein zentrales Kriterium. Selbstständige müssen oft umfangreiche Nachweise erbringen.
- Sicherheiten: Die Immobilie selbst dient als Sicherheit. Zusätzliche Sicherheiten wie eine Bürgschaft oder eine Lebensversicherung kann die Bank in ihre Prüfung einbeziehen.
- Bonität des Partners: Wenn Sie gemeinsam mit einem Partner kaufen, fließt auch dessen Bonität in die Prüfung ein. Die Bank betrachtet dabei die Bonität aller Kreditnehmer. Ein guter Score des Partners bedeutet nicht automatisch, dass ein negativer SCHUFA-Eintrag des anderen ausgeglichen wird.
So verbessern Sie Ihre Bonität vor der Anfrage
Bevor Sie eine Baufinanzierung beantragen, sollten Sie Ihre finanzielle Situation optimieren. Dazu gehört, Ihre Daten bei der SCHUFA zu prüfen. Nach Art. 15 DSGVO haben Sie das Recht auf eine kostenlose Datenkopie. Kontrollieren Sie, ob alle Einträge korrekt sind und lassen Sie fehlerhafte Einträge berichtigen oder löschen. Zudem sollten Sie offene Forderungen begleichen und bestehende Kredite möglichst tilgen. Auch geringere monatliche Belastungen können sich positiv auf die Prüfung der Bank auswirken. Achten Sie bei Vergleichsangeboten darauf, dass zunächst nur eine Konditionsanfrage gestellt wird, und fragen Sie den Anbieter ausdrücklich, wie die Anfrage an die SCHUFA gemeldet wird.
Alternativen zur klassischen Baufinanzierung
Wenn Banken eine herkömmliche Baufinanzierung ablehnen, gibt es dennoch Wege, den Immobilienkauf zu realisieren. Eine Möglichkeit ist die Aufnahme eines Mitdarlehensnehmers mit guter Bonität, etwa eines Elternteils. Auch eine Bürgschaft kann zusätzliche Sicherheit bieten – die Entscheidung bleibt aber bei der Bank. Eine andere Option ist ein Bausparvertrag, bei dem Sie zunächst ansparen und später ein Darlehen erhalten. Das Ansparen ist ohne Kredit möglich; für das spätere Bauspardarlehen prüft aber auch die Bausparkasse Ihre Bonität. Zudem können Sie versuchen, den Eigenkapitalanteil zu erhöhen, etwa mit Unterstützung von Angehörigen. Ob die Bank ein privates Darlehen von Verwandten als Eigenkapital anerkennt, sollten Sie vorher klären – es muss schließlich zurückgezahlt werden. Wichtig ist, dass Sie realistische Erwartungen haben: Ein niedriger Score kann dazu führen, dass die Bank die Finanzierung zurückhaltender prüft oder zusätzliche Sicherheiten bzw. höhere Eigenmittel verlangt.
Worauf Sie bei der Anfrage achten sollten
Vergleichen Sie nicht nur die Zinsen, sondern auch die Konditionen der Banken. Fragen Sie explizit, ob eine Konditionsanfrage oder eine Kreditanfrage gestellt wird. Entscheidend ist die Art der Anfrage: Nicht jede Anfrage einer Bank verschlechtert automatisch Ihren Score. Wie eine Anfrage gemeldet wird, sollten Sie deshalb vorher klären. Zudem sollten Sie sich über die Übergangsfrist bis Ende 2028 im Klaren sein: Der Score, den Sie in Ihrer Datenkopie sehen, könnte von dem abweichen, den die Bank verwendet. Fragen Sie deshalb nach, welche Bonitätsinformationen und welchen Score bzw. welche Auskunft die Bank für die Kreditentscheidung verwendet. Legen Sie Ihre finanzielle Situation vollständig und ehrlich offen – unvollständige Angaben fallen bei der Prüfung ohnehin auf.
Praktische Schritte für Ihre Planung
- Kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA anfordern und Einträge prüfen.
- Offene Rechnungen begleichen und bestehende Kredite tilgen.
- Eigenkapital erhöhen, etwa durch Rücklagen oder Unterstützung von Angehörigen.
- Mehrere Banken vergleichen und vorher klären, ob eine Konditionsanfrage gestellt wird.
- Alternativen wie Bausparvertrag oder Bürgschaft in Betracht ziehen.
Eine Baufinanzierung trotz negativer Schufa ist kein aussichtsloses Unterfangen. Entscheidend sind Ihre Gesamtumstände, ein durchdachter Plan und die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen.
Behalten Sie im Blick, dass eine Baufinanzierung eine langfristige Verpflichtung ist. Stellen Sie sicher, dass Sie die monatlichen Raten dauerhaft tragen können, auch wenn sich Ihre Lebensumstände ändern. Mit einer realistischen Einschätzung und einer guten Vorbereitung erhöhen Sie Ihre Chancen, den Traum von den eigenen vier Wänden auch mit einem nicht perfekten Score zu verwirklichen.